Kunst, Religion und Wissenschaft vom 4. Jahrhundert bis zur Gegenwart
Eine Ausstellung der Deichtorhallen und
der Siemens Stiftung
Veranstalter
23. September 2011 - 5. Februar 2012
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Ellen Gallagher: Valmor (DeLuxe), Detail, 2005 © Ellen Gallagher, courtesy the artist, Two Palms Press, New York and Hauser & Wirth
WUNDER
WUNDER ist ein Begriff, der die Grenzen sprengt. Die Ausstellung macht sich sein explosives Potenzial zunutze und begibt sich auf die Spur des Wunders über die Zeiten und Disziplinen hinweg. Werke der Gegenwartskunst umkreisend, entfaltet sie ihre Argumente, indem sie Exponate aus allen Dingwelten versammelt und sich wechselseitig kommentieren lässt: Eine technische Innovation steht neben einem Kunstwerk, das sich mit der abendländischen Faszination für die Technik auseinandersetzt; eine christliche Darstellung der Vera Icon wird flankiert von einer Videoarbeit, die jede Idee eines Authentischen hinter sich lässt; der Visualisierung subatomarer Teilchen durch eine Nebelkammer steht die Sichtbarmachung von Gefühlen durch eine Kunstinstallation zur Seite.

Mit mehr als 50 künstlerischen Positionen und ebenso vielen Exponaten aus Religion, Wissenschaft und Alltag setzt sich die Ausstellung mit dem Wunder ästhetisch wie intellektuell auseinander. Denn das Wunder kann immer beides sein: eine körperlich-räumliche Erfahrung oder die blitzartige Einsicht in einen bis dahin unbekannten Zusammenhang. Indem die Ausstellung die einzigartige Verbindung wissenschaftlich-technischer und religiöser Wunder im Abendland mit den Sichtweisen anderer Kulturen in Beziehung setzt, stellt sie unsere fragile Fähigkeit zur Sinngebung zur Diskussion.

Weitere Informationen finden Sie in den vier Unterpunkten oder direkt durch einen Klick auf eines Bilder auf der rechten Seite.
Beteiligte KünstlerInnen
Francis Alÿs, Kader Attia, Joseph Beuys, Dara Birnbaum, Cosima von Bonin, Olga Chernysheva, Nathan Coley, Björn Dahlem, Ceal Floyer, Ellen Gallagher, Hans Graf, Andreas Gursky, Susan Hefuna, Susan Hiller, Jonathan Horowitz, Sven Johne, Helmut & Johanna Kandl, Martin Kippenberger & Albert Oehlen, Julia Kissina, Terence Koh, Igor & Svetlana Kopystiansky, Dieter Krieg, Philipp Lachenmann, Mark Leckey, Armin Linke, Ingeborg Lüscher, Melanie Manchot, Kris Martin, Hiroyuki Masuyama, Henri Michaux & Eric Duvivier, Julia Montilla, Timo Nasseri, Paul Nougé, Reto Pulfer, Julien Prévieux, Walid Raad/The Atlas Group, Johann von Schraudolph, Thomas Schütte, Shirana Shahbazi, Katharina Sieverding, Roman Signer, Thomas Struth, Alina Szapocznikow, Larry Sultan & Mike Mandel, Fiona Tan, Javier Téllez, Jalal Toufic, Ryan Trecartin, James Turrell, Timm Ulrichs, Franz West, Susan MacWilliam and Erwin Wurm sowie eine Kopien aus dem Umfeld Caravaggios.
Wissenschaftliche und kulturhistorische Exponate
Die „Wunderwaffe“ V2, das Hamburger Patent für die Wunderkerze, historische Wundergläser, Votivbilder, ein heilmagnetisches Benediktuskreuz, Geisterhände, Seligsprechungsakten, ein mittelalterlicher Prachtkoran, Tiefseefische, Flugblätter aus dem 16. Jahrhundert, ein Perpetuum Mobile, innovative Wunderstoffe (Mauvein, Hartgummi, Betonbohrkern, Graphen etc.), ein Teil eines Teilchenbeschleunigers der Zukunft, Wunderpillen, Hexenkessel, Goethes Zauberkasten, eine Zauberschale aus dem 4. Jahrhundert, Harry Potters Zauberstäbe, Reliquien, Teleplasma, der WM-Pokal des Wunders von Bern, eine Laterna magica, Pokémonkarten, Guckkästen mit den sieben Weltwundern, eine Hamburger Skulptur des Hl. Nikolaus aus dem 16. Jahrhundert, ein Spiderman-Ganesha, eine Nebelkammer, ein Nagelfetisch aus dem Kongo, Wunderbatterien, ein Stein aus der Mine des „Wunders von Chile“, frühmittelalterliche Münzen, ein Kaaba Kompass, eine Wunderkugel, telekinetisch verbogene Löffel, ein Meteorit.
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Silberpfeil (Argyropelecus affinis), Tiefseefisch © Copyright IFM-GEOMAR/Solvin Zankl
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Zauberstäbe der Charakter-Edition aus der Harry Potter-Verfilmung, www.elbenwald.com, Foto: www.elbenwald.com
Interview mit dem Kurator Daniel Tyradellis
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